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Depression und Covid

Eine im November durchgeführte Umfrage der Universität Basel zur psychischen Belastung in der zweiten Covid-19-Welle zeigt, dass psychischer Stress und depressive Symptome im Vergleich zum Frühjahr deutlich zugenommen haben. Der Anteil der Personen mit schweren depressiven Symptomen betrug vor der Pandemie 3 Prozent, stieg während des Lockdowns im April auf rund 9 Prozent und erreichte im November 18 Prozent, also sechsmal mehr. Dieser Anstieg ist besorgniserregend, auch wenn die Studie nicht wirklich beweist, dass mehr Menschen durch die Pandemie an Depressionen erkranken. Denn die Teilnehmer beantworteten lediglich einen Fragebogen.

 

Die Diagnose einer Depression kann nur von einem Arzt im Gespräch mit dem Patienten und anhand klarer Kriterien erstellt werden. Ob Depressionen zunehmen, werden daher erst Auswertungen von Diagnose-Statistiken zeigen. Dennoch passen die Ergebnisse zu dem, was Forscher in anderen Ländern herausgefunden haben, vor allem in China, wo alles begann: die Pandemie gefährdert nicht nur die physische sondern auch die psychische Gesundheit.

 

Ob es einen selbst trifft, hängt aber von vielen Faktoren ab…

Besonders stark betroffen sind junge Leute und Personen, die durch die Pandemie finanzielle Einbussen erfahren. Auch Menschen, die schon einmal psychisch krank waren, haben ein höheres Risiko, depressiver zu werden, Männer über 55 Jahren sind weniger gefährdet. Dies mag erstaunen, da gerade diese Gruppe öfters schwer an Covid-19 erkrankt.  Warum genau ein Mensch eine Depression bekommt, hängt von vielen Faktoren ab. Psychische Gesundheit ist nicht ein Zustand, sondern entsteht durch dynamische und vielfältige Interaktionen zwischen Ressourcen und Belastungen. Intensität und Häufigkeit von Belastungen (Stressoren) als auch die verfügbaren Ressourcen (Schutzfaktoren), um Stresssituationen zu bewältigen, spielen dabei eine Rolle. 

 

Durch die Corona-Massnahmen können soziale Vulnerabilitätsfaktoren und Alltagsstressoren wie z.B. finanzielle Sorgen, Arbeitslosigkeit, Einsamkeit und familiäre Konflikte verstärkt werden. Gleichzeitig entfallen bewährte Strategien zur Stressbewältigung, wie der Austausch im Freundeskreis und das Risiko ungünstiger Coping-Strategien wie z.B. der Alkoholkonsum steigt. Umgekehrt können aber gewisse Aspekte der Corona-Krise wie z.B. Gefühle der Dankbarkeit, geringere Arbeitsbelastung, mehr Zeit für Entspannung oder für die Familie auch als positiv erlebt werden und vor trüben Gedanken schützen. Die Corona-Krise kann als «Katalysator» bezeichnet werden, weil bestehende Tendenzen von Ungleichheit und Vorbelastung durch die Krise verstärkt werden.

 

…und manche davon kann man durchaus beeinflussen

Man kann aber seine Resilienz stärken und das auch noch mitten in der Krise. Gut belegt ist, dass eine kognitive Verhaltenstherapie wirkt. Hier lernt der Betroffene, mit Stress besser umzugehen und etwa eine «Realitätsprüfung» der Ängste durchzuführen. Auch Sport hat eine stressreduzierende Wirkung. Auch bei der aktuellen Umfrage zeigte sich, dass Personen, die körperlich aktiv sind, durchschnittlich leicht weniger Stress und depressive Symptome aufweisen als die körperlich weniger aktiven.

 

Als Apotheker*innen können wir einen wertvollen Beitrag sowohl bei der Prävention und der Früherkennung als auch bei der Therapiebegleitung von Patienten mit Depressionen leisten. Folgende Kurse stärken Sie und Ihr Team für diese Aufgabe: 

  • der Weg zu mehr Produktivität durch Gelassenheit
  • die Module 1 und 2 der Kursreihe Psychopharmaka Kompakt
  • der Workshop: Genug Energie und Gelassenheit für die Belastung am Arbeitsplatz
  • Aktivitätstracker- ein wertvolles Instrument zur Gesundheitsförderung und -prävention?

 

 

Bild:pixabay.com