Kurs 28:
Workshop: Interprofessionelle Zusammenarbeit, (wie) geht das? Arzt und Apotheker im Dialog bei der Langzeitbetreuung eines Patienten mit metabolischen Syndrom
R3
Chronische Krankheiten wie Herzkreislauf-Erkrankungen oder Diabetes machen etwa 80% der Gesundheitskosten aus und verursachen viel Leid bei den Betroffenen und ihren Angehörigen. Neue Strategien und Dienstleistungen zur Prävention und Therapie dieser Erkrankungen sind dringend erwünscht.

Mit der Nationalen Strategie Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD)
und der Revision des MedBG nimmt die Politik ApothekerInnen in die Pflicht, einen grösseren Beitrag bei der Umsetzung der NCD-Strategie zu leisten. Darunter fällt u.a. die Betreuung im interprofessionellen Setting von älteren, multimorbiden Patienten im Umgang mit der oft komplexen Medikamentenverordnung. So soll im Sinne der Tertiärprävention eine medikamentöse Über-, Unter- oder Fehlversorgung verhindert werden. Gemäss Studien erwarten Nutzer tatsächlich mehr Unterstüt-
zung beim Medikamentenmanagement und therapiebedingten Anpassungs-erfordernissen.

Wie dies konkret im Alltag funktionieren soll, diskutieren ÄrztInnen und ApothekerInnen in diesem Kurs am Beispiel des Patienten mit metabolischem Syndrom.

Anerkannt für FPH Offizinpharmazie: 50Kp
Anerkannt für FPH Spitalpharmazie: 50Kp
Anerkannt für FPH Klinische Pharmazie: 50Kp
Kursdaten
Donnerstag, 4. Juni 2020 8:30 - 17.00 h
200049-01
10 freie Plätze
CHF 550.00
Anrechenbar auf ein 6er Abonnement, wenn bis am 24. November 2019 gebucht wird!
Ziel
Vormittag: Theorie-Update für ApothekerInnen. Die Teilnehmenden

- …kennen die aktuellen Therapieempfehlungen bei Typ-2-Diabetes, erhöhten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie z.B. Hypertonie oder Atherosklerose und Hyperlidämie, wobei sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Massnahmen thematisiert werden.

- …erkennen wann ein Therapieänderung/-intensivierung notwendig ist.

Nachmittag: Workshop für Ärztinnen und Apothe-
kerInnen - Interprofessionelle Zusammenarbeit ganz konkret. Die Teilnehmenden

- …reflektieren ihr eigenes berufliches Selbstver-
ständnis und überlegen wie die Fähigkeiten der anderen involvierten Berufsgruppe sinnvoll im Sinne des Betroffenen Patienten eingesetzt werden kann.

- …erkennen mögliche Vorurteile, Hindernisse und Barrieren in der interprofessionellen Zusammenarbeit und entwickeln Massnahmen, um diese abzubauen.

- …erörtern konkrete interprofessionelle Zusammen-
arbeitsmöglichkeiten bei der Betreuung von Patienten mit metabolischem Syndrom.

- …überlegen sich anhand von Fallvignetten mögliche, im Praxisalltag gut umsetzbare, Abläufe und Vorge-
hensweisen.
ReferentIn
Frau Dr. med. Rahel Sahli
FMH für Endokrinologie/Diabetologie
u. Allgemeine Innere Medizin
Sanacare Praxis Bern

Herr Samuel Allemann
Kreditpunkte
50.0 KP
Inhalt
Vormittag
  • Langzeitbetreuungskonzepte für Patienten mit Diabetes, Risikofaktoren für                    Herz-Kreislauf-Erkrankungen und oder Dyslipidämien in der Apotheke
  • Medikamentöse Therapie, Nicht-medikamentöse Massnahmen
  • Insulintherapie – Clinical Inertia

Nachmittag

  • Interprofessionelle Zusammenarbeit mit dem behandelnden Hausarzt:
      - Berufliches Selbstverständnis und Erwartungen an die andere Berufsgruppe 
      - Vorurteile, Hindernisse, Barrieren aber auch Chancen und Vorteile in der                              interprofessionellen Zusammenarbeit
      - Mögliche Zusammenarbeitsmöglichkeiten in der Betreuung von Patienten mit                      metabolischem Syndrom
      - Konkretes Vorgehen und Kommunikation in verschiedenen Situationen
  • Screening und Erstdiagnose
  • Förderung der Therapie-Adhärenz: Polymedikations-Check
  • Auftreten von Nebenwirkungen/Komplikationen
  • Vorgehen bei Entgleisungen oder Nicht-Erreichen der Zielwerte

Kursform
Am Vormittag
  • kurze, fokussierte Inputs zu den theoretischen Grundlagen
  • Fallbeispiele

Am Nachmittag
  • Geführte Diskussion und Problemlösung in Gruppen anhand von Fallvignetten

Zielpublikum
ApothekerInnen und ÄrztInnen, die bereit sind, Patienten mit metabolischem Syndrom gemeinsam zu betreuen im Sinne einer interprofessionellen Zusammenarbeit zum Wohle des Patienten