Kurs 24:
Medikamente – mit Sicherheit! Pharmakogenetische Untersuchungen in der Apotheke
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Bekanntermassen reagieren nicht alle Patienten auf gängige Medikamenten-
dosierungen gleich. Einige von ihnen erfahren unerwünschte Nebenreaktionen, andere reagieren nicht angemessen auf die üblichen Dosierungen.

Nebst biologischen (Alter, Geschlecht, Ethnie, Begleiterkrankungen), verhaltens-
bezogenen (Non-Adhärenz, Rauchen, Alkoholkonsum) Faktoren und der Begleitmedikation, bestimmen auch die Gene die individuelle Reaktion auf ein Medikament. Pharmakogenetische Untersuchungen sind eine innovative, aussagekräftige Methode, um das individuelle Ansprechen eines Patienten auf Medikamente vorherzusagen und zu interpretieren. Besonders bei Patienten, bei denen eine Besonderheit im Arzneimittelstoffwechsel oder –transport vermutet wird, können sie hilfreiche Informationen für eine optimierte Medikation bieten.

Aktuelle Studien zeigen, dass bei mehr als 99 % der Patienten die pharmakogene-
tische Analyse mindestens eine potenziell klinisch relevante Variante ausweist, die die Wirkstoffwahl und Dosierung der Medikamente beeinflusst. Seit 2017 gelten pharmakogenetische Analysen unter Auflagen sogar als OKP-Leistungen. Gemäss Bundesrat sollen pharmakogenetische Untersuchungen auch durch ApothekerInnen veranlasst werden können. Tatsächlich gehört die Förderung der Medikationssicherheit und der Therapie-Adhärenz zu unseren Kernaufgaben, und die Pharmakogenetik ermöglichtes, aufgrund der Erbanlagen neue Wege zu beschreiten, um gesundheitsschädliche Wirkungen von Medikamenten zu verhindern, ihre Wirkung zu verbessern, sowie Medikamentenauswahl und -Dosierung individuell zu optimieren.

Fordern Sie als ApothekerIn hier Ihre Zuständigkeit ein, und erfahren Sie mehr
über die Einsatzmöglichkeiten der Pharmakogenetik in der Apotheke.

Anerkannt für FPH Offizinpharmazie: 25Kp
Anerkannt für FPH Spitalpharmazie: 25Kp
Anerkannt für FPH Klinische Pharmazie: 25Kp
Kursdaten
Dienstag, 5. Mai 2020 13:30 - 17.00 h
200041-01
15 freie Plätze
CHF 220.00
Dienstag, 3. November 2020 13:30 - 17.00 h
200041-02
19 freie Plätze
CHF 220.00
Im 6er Abonnement kostet dieser Kurs CHF 200.00 (Rabatt bis am 24. November 2019 gültig!)
Ziel
• Die Teilnehmenden kennen die Grundlagen der Pharmakogenetik und verstehen die Mechanismen,
die zu Variabilitäten der Arzneistoffwirkung beitragen

• Sie wissen, wie eine pharmakogenetische Untersuchung durchgeführt wird und können sie unter Berücksichtigung der geltenden Rechtslage selber durchführen

• Sie kennen die wichtigsten Arzneimittel, bei denen Genvarianten zu klinisch relevanten Änderungen des Wirkprofils führen können

• Anhand von Fallbeispielen lernen sie die klinischen Zeichen erkennen, welche auf pharmakogenetische Variabilitäten hinweisen und für die Durchführung von pharmakogenetischen Untersuchungen sprechen

• Sie erhalten konkrete Hinweise für die Anpassung der Arzneimitteltherapie an die individuellen genetischen Voraussetzungen des Patienten

• Sie setzen sich mit rechtlichen und ethischen Aspekten im Zusammenhang mit der Anwendung von Gentests in der Apotheke auseinander
ReferentIn
Herr Prof. Dr. Theo Dingermann
Institute of Pharmaceutical Biology
Biocenter
Frankfurt am Main, Germany
Kreditpunkte
25.0 KP
Inhalt
  • Grundlagen der Pharmakogenetik
  • Mechanismen, die zu Variabilitäten der Arzneistoffwirkung beitragen können
  • Durchführung und Interpretation eines pharmakogenetischen Profils
  • Auswahl von Wirkstoffen, deren Wirksamkeit durch bekannte pharmakogenetische Variabilitäten beeinflusst wird: z.B. Antidepressiva, Tamoxifen, Clopidogrel, Codein/Oxicodon, Statine
  • Rechtliche und ethische Aspekte im Zusammenhang mit Gentests in der Apotheke

Am selben Vormittag findet der Kurs Nr. 14 "CRP-Messungen in der Apotheke" statt.