Kurs 524:
Die vielschichtige Klinik und Pharmakotherapie beim Schlaganfall - ein Beispiel für eine sinnvolle interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker - Best of agfam 2017
KK1 • FPH Kursnummer: 1-1013423-93-2018-P17.50
In der Schweiz erleiden jährlich ca. 16‘000 Patienten einen Hirnschlag das
bedeutet, dass es im Durchschnitt alle 30 Minuten zu einem Schlaganfall
kommt.

Die Schlaganfall-Sterblichkeit ist in den vergangenen Jahren zwar drastisch
gesunken, Schlaganfälle stehen in der Todesursachen-Statistik in den Industrie-
nationen trotzdem an dritter Stelle und sind die zweithäufigste Ursache einer
Demenz, die wichtigste Ursache einer Behinderung im Erwachsenenalter und
die häufigste lebensbedrohliche neurologische Erkrankung.

Neben dem Schicksalsschlag für jeden einzelnen Patienten entstehen durch
den Hirnschlag auch immense Gesundheitskosten. Jeder vierte Betroffene bleibt
behindert und ist nicht mehr in der Lage, ein selbstständiges Leben zu führen.

Auch die medikamentöse Behandlung des Schlaganfalls stellt eine grosse Heraus-forderung dar, aufgrund der Polykomplexität des Krankheitsbilds und häufig auch
der Polymorbidität der Patienten.

Im Rahmen eines integrierten Gesundheitssystems spielen Apothekerinnen und Apotheker eine wichtige Rolle bei der Beratung und Betreuung von Schlaganfall-
patienten und ihren Angehörigen. Sie sehen die Patienten regelmässig und werden
nicht selten im Verlauf der Zeit die wichtigste gesundheitsbezogene Bezugsperson.

Dieser Kurs befähigt die Teilnehmenden, diese anspruchsvolle Rolle kompetent
und patientenfreundlich zu erfüllen.
ifak
Kursdaten
Distance Learning
Online
CHF 90.00
Ziel
Ausgehend von typischen Rezeptbeispielen aus der Apotheke und aus dem Dialog zwischen Neurologen und Apotheker aktualisieren die TeilnehmerInnen ihr Wissen über Pathophysiologie, Klinik, Prävention und Therapie des Schlaganfalls auf.

Sie lernen, arzneimittelbezogene Probleme durch
die Analyse der verfügbaren Informationen und / oder
nach Rückfrage mit dem Arzt zu erfassen und zu lösen.

Unter Berücksichtigung der besprochenen Aspekte können sie das Rezept korrekt validieren, patienten-
orientierte Hinweise formulieren (z.B. zur korrekten Arzneimittelanwendung, zur Vermeidung von Wechse-wirkungen und Nebenwirkungen) und die Patienten
wirksam dabei unterstützen, ihre Therapie erfolgreich
zu gestalten (Adhärenz-Förderung).
ReferentIn
Herr Prof. Dr. med. Peter Sandor
Ärztlicher Direktor Neurologie RehaClinic
Leiter der Akutnahen Rehabilitation von RehaClinic
am Kantonspital Baden

Marco Ceppi
Leiter Apotheke
Klinischer Pharmazeut FPH
Zuger Kantonsspital
Kreditpunkte
12.5 KP
Inhalt
Das Krankheitsbild Schlaganfall und seine medikamentöse Therapie werden nach folgender Methodik im Dialog zwischen Referenten (Arzt und Apotheker) und Teilnehmern besprochen:
  1. Einstieg mit einem typischen Rezept 
  2. Erfassung der arzneimittelbezogenen Probleme durch die Analyse der verfügbaren Informationen und / oder nach Rückfrage mit dem Arzt.
  3. Bildung einer Fallvignette anhand der erworbenen Informationen mit Erweiterung in Richtung der häufigsten arzneimitteltherapeutischen Probleme (Kontraindikationen, Interaktionen, Unverträglichkeiten, Komplikationen, Polypharmazie)
  4. Update zu dem entsprechenden Krankheitsbild: neue Aspekte, neue Therapien
  5. Zurück zum Rezept: Validierung des Rezeptes unter Berücksichtigung der besprochenen Aspekte und Formulierung von Empfehlungen und Tipps für den Patienten
  6. Erfolgreiche Kommunikation mit dem Patienten und ggf. dem behandelden Arzt